„Tora, tora, tora Kagame!“ - „Wählt Kagame!“ ertönt ein immer wieder kehrender Popsong aus gigantischen Boxen auf Lastwagen. Die Menschen singen, tanzen und feiern Kagame als Superstar. Das omnipräsente Logo der RPF erweckt bei mir den Eindruck, als sei das Schicksal Ruandas nichts anderes als das Schicksal der RPF. Trotz der Euphorie erscheint mir dieser Wahlkampf aber eher als eine Fassade, da die Wiederwahl Kagames selbstverständlich ist. Denn die Präsenz der Opposition in Ruanda habe ich selten wahrgenommen. Die einzige „Gegenparade“, die ich im Stadtzentrum sehen durfte, war die einer... weiter lesen ›
08.11.2010
Charlotte Krahn
Als 1994 einer
der furchtbarsten Genozide das kleine zentralafrikanische Land Ruanda
heimsuchte, gelang es der internationalen Staatengemeinschaft nicht,
ihrem Versprechen - „Never Again“ - gerecht zu werden und
einzugreifen. Das primäre Resultat waren nahezu eine Millionen
Opfer. Weniger offensichtlich sind die Folgen, die das
Nicht-Eingreifen der Staatengemeinschaft während und nach dem
Genozid mit sich bringen – sowohl für Ruanda als auch für das
Gebiet der Großen Seen. Auch wenn der Genozid heute, 16 Jahre
später, vorbei ist, ist... weiter lesen ›