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Gesucht: Aufmerksamkeit für den Kongo!

05. 12. 2008
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Im Kongo weiß der Großteil der Menschen heute nicht, was er morgen essen soll. Jeder Tag ist ein Kampf ums Überleben, und die Internationale Gemeinschaft schaut wieder einmal zu. Nun sollen zumindest über 3000 Soldaten die UN-Truppen unterstützen. Aber eine Resolution ist noch kein Marschbefehl. Es wird wieder Monate dauern, bis die Länder Truppen stellen. Es wird also weitergemordet, verstümmelt und vergewaltigt.

Krankenstation im Kongo
Krankenstation in einem kongolesischen Dorf

Hallo, liest uns jemand? Wir könnten diesen Text mit schlimmen Fotos anreichern, damit ihn vielleicht jemand liest. Fotos von Rebellen, die Köpfe ihrer Opfer vor sich in Reih und Glied aufgereiht haben. Einer der Rebellen hat einen abgehackten Arm in der Hand und hält ihn hoch als führte er ihn zum Mund. Propaganda-Fotos der Rebellengruppen im Kongo aus dem Jahre 2003. Vielleicht würden sich ob solcher Bilder mehr Menschen dafür interessieren, welche Menschrechtsverletzungen im Kongo heute wieder geschehen.

Im Kongo weiß der Großteil der Menschen heute nicht, was er morgen essen soll. Jeder Tag ist ein Kampf ums Überleben. Die Welthungerhilfe sagt, dass 50 Prozent der Bevölkerung nur eine Mahlzeit am Tag hat, 25 Prozent nur an jedem zweiten Tag. Krankenversicherung, Rente? Praktisch unbekannt. Das ist der Normalfall (die wenigen Reichen ausgenommen) im ganzen Land. Im Osten des Kongo ist Ausnahmezustand. 250.000 Menschen sind seit Oktober auf der Flucht. Das heißt, dass sie durch den Wald laufen mit einem kleinen Bündel auf dem Kopf, die Kinder an der Hand, oft ohne Schuhe. Immer in der Angst, überfallen zu werden. Ausgeraubt, so sie noch etwas zum Berauben haben, umgebracht, verstümmelt, vergewaltigt. Frauen vor den Augen ihrer Ehemänner und Kinder. Kleine Mädchen vor den Augen ihrer Mütter und Väter. Bitte lesen Sie weiter! Abends und nachts ist es im Herbst um die 13 Grad kalt. Die Menschen haben kein Dach über dem Kopf und es ist Regenzeit. 250mal eintausend Menschen, die sich unter diesen Bedingungen im Wald verstecken oder in die Nachbarländer fliehen. Die es in die Nachbarländer geschafft haben, haben Glück. Sie sind zumindest in Sicherheit, haben meist eine Plane von den Vereinten Nationen oder anderen Hilfsorganisationen bekommen, mit der sie sich in einer provisorisch gebauten Hütte vor dem Regen schützen können, sie bekommen zu Essen. Ärzte Ohne Grenzen berichtet von Cholera-Fällen. Die Caritas berichtet, dass sich in den Flüchtlingslagern teilweise 800 Menschen einen Wasserhahn teilen müssen. Immerhin, sie haben überlebt. Andere Flüchtlingslager im Kongo selbst stehen leer, weil die Menschen nach Angriffen auf Lager auch von dort geflohen sind. Die Helfer finden sie nicht mehr. Das Internationale Rote Kreuz nennt die Situation im Kongo „entsetzlich“. 

 
Krankenstation Labor
 Labor der Krankenstation

Auch wir halten diese Situation für entsetzlich! Vor allem auch, weil die Internationale Gemeinschaft wieder einmal zuschaut. Nun sollen zumindest über 3000 weitere Soldaten und Polizisten in das Land kommen und die UN-Truppen unterstützen. Aber eine Resolution ist noch kein Marschbefehl. Es wird wieder Monate dauern, bis die Länder Truppen stellen. Und dann werden es wieder weniger sein als per Resolution entschieden wurde. Es wird also weitergemordet, verstümmelt und vergewaltigt im Kongo.

Wenn Sie sich für die Bevölkerung im Ost-Kongo engagieren möchten, bitten wir Sie, einer der Hilfsorganisationen, die im Kongo Flüchtlinge unterstützen, eine Spende zu überweisen. Oder schreiben Sie an Ihren Abgeordneten und setzen ein Zeichen, dass das Leid der Menschen im Kongo nicht ungehört bleibt.

Danke, dass Sie weitergelesen haben!

Barbara Mück




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