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30 Tage vor Sudan-Referendum: „Kriegsgefahr so hoch wie nie!"

9.12.2010

Einen Monat vor dem geplanten Referendum über die Unabhängigkeit des Südsudan am 9. Januar 2011 warnt die Menschenrechtsorganisation Genocide Alert vor einem Krieg zwischen Norden und Süden des Landes. Der Vorsitzende von Genocide Alert, Robert Schütte, erklärt hierzu:

Die Gefahr eines Krieges war noch nie so hoch wie heute. Beide Seiten sind bis an die Zähne bewaffnet. Es ist zu befürchten, dass hunderttausende Menschen ihr Leben verlieren werden, wenn der Norden eine Sezession des Südens gewaltsam verhindern will. Anstatt sich frühzeitig in die Verhandlungen zwischen beiden Parteien einzuschalten, haben Berlin und die EU das Problem ignoriert. Jetzt laufen wir sehenden Auges in ein neues Ruanda oder Darfur. Die im Land befindliche UN-Schutztruppe wird in ihre jetzigen Form nicht in der Lage sein, Zivilisten vor Gewalt zu schützen. Notwendig ist eine sofortige Aufstockung ihrer Ressourcen und eine diplomatische Initiative, um den Konflikt in den Fokus der Weltöffentlichkeit zu rücken. Noch besteht die Möglichkeit, dass der Sudan einen friedlichen Weg einschlägt. Hierfür müssen EU und USA alle diplomatischen Kanäle nutzen, um den Nord-Sudan von jeglicher Gewalt abzuhalten."

Um mehr Aufmerksamkeit für den Konflikt zu gewinnen startet Genocide Alert am 9. Dezember 2010, also einen Monat vor dem sudanesischen Referendum, eine Kampagne mit dem Titel „Alarm Sudan!" Die Bundesregierung sowie Politiker aller im Bundestag vertretenen Parteien werden hierin dazu aufgefordert, sich für eine friedliche Lösung des Konflikts einzusetzen.

Robert Schütte erklärt hierzu:"Selten gab es die Chance, die drohende Gefahr eines Krieges dieser Dimension vorzeitig zu erkennen. Doch das Erkennen allein ist nicht genug: es muss gehandelt werden, und zwar jetzt. Das Referendum rückt näher und mehr denn je ist jeder Tag kostbar zur Verhinderung einer Katastrophe."

2005 haben der Nord- und Südsudan einen Friedensvertrag unterschrieben, welcher ein Referendum nach sechs Jahren vorgesehen hat. Dieses Referendum soll entscheiden, ob beide Landeshälften sich abspalten und ab dem 09. Januar 2011 unterschiedliche Wege gehen. Dabei sind die Schwierigkeiten enorm, denn schon bei der Grenzziehung in dem Land können sich der elitäre Norden und der Süden nicht einigen, da sich die erdölreichen Gebiete genau in dieser Zone befinden.

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