Im Osten der Demokratischen Republik Kongo haben Soldaten der kongolesischen Regierungsarmee mindestens 121 Frauen vergewaltigt. Nach Angaben des UN-Menschenrechtsbeauftragten fanden die grausamen Übergriffe im Zeitraum vom 11. bis 13. Juni in der südlichen Kivu-Region statt. "Im Kongo ist es gefährlicher, eine Frau als ein Soldat zu sein", so Robert Schütte, Vorsitzender der Menschenrechtsorganisation Genocide Alert. Die Massenvergewaltigungen machen deutlich, wie schwierig der Prozess der Integration von ehemaligen Rebellen in die kongolesische Armee ist. Einerseits, müssen die marrodierenden Rebellen unter Kontrolle gebracht werden. Andererseits steht zu befürchten, dass häufig Straflosigkeit der Preis ist, den die Zivilbevölkerung zu bezahlen hat und dafür trotzdem nur eine Armee zu ihrem Schutz bekommt, die sich als vorherige Rebellengruppe noch grausam gegen sie gewendet hatte.
Massenvergewaltigungen gehören zum Kriegsalltag im Osten des Kongo. Eine US-amerikanische Studie ergab kürzlich, dass täglich mehr als 1000 Frauen Opfer sexueller Gewalt werden. Die nationale Armee sowie Rebellengruppen terrorisieren mit diesen Übergriffen gezielt die kongolesische Zivilbevölkerung. Die Vereinten Nationen haben angekündigt, die aktuellen Vorfälle zu untersuchen. "Es ist unerlässlich, dass die Verantwortlichen für ihre Übergriffe zur Rechenschaft und aus dem Verkehr gezogen werden", so Schütte weiter. "Reformen im Sicherheits- und Justizwesen müssen entschlossener vorangetrieben werden. An dieser Stelle leisten die Vereinten Nationen wertvolle Arbeit und wir müssen daher verstärkt darauf hinarbeiten, dass die UN-Mission im Kongo auch nach den Wahlen im November weiterhin präsent sein wird."