Ein bisher unveröffentlichter UN-Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass die Regierung Ruandas in den Jahren 1996-1997 einen Völkermord an in den Kongo geflüchtete Hutus begangen haben könnte. Der 545-seitige Bericht soll erst kommenden Montag vorgestellt werden, ist jedoch bereits jetzt an die Öffentlichkeit gelangt.
Von
Brisanz sind nicht nur die in dem Bericht enthaltenen Vorwürfe, sondern auch
die Information, Ruandas Regierung UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon aufgefordert
hat, den Bericht zu entschärfen. Kigali droht mit einem Austritt aus den
Vereinten Nationen und dem Rückzug seiner Soldaten aus der Friedensmission in
Darfur, die damit vor dem Aus stehen würde. Kongoexperte Jason Stearns, der
über hervorragende Kontakte zur UN verfügt, schreibt in seinem vielgelesenen
Blog (http://congosiasa.blogspot.com/), dass UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon auf
eine Entschärfung des Berichtes drängt. Demnach soll der brisante Vorwurf des
Völkermords gegen die RPA/AFDL getilgt werden. Dass der Bericht nun vorher ans
Licht kam dürfte zum Ziel haben, einer solchen Überarbeitung zuvorzukommen.
Die deutsche Menschensrechtsorganisation Genocide Alert zeigt sich erschüttert
über den Bericht. Der Vorsitzende Robert Schütte hierzu:




