Veranstaltungsbericht: Genocide Alert beim IFAIR-Forum „Common Remembrance, Future Relations“

Vom 24.-28. Mai nahm Genocide Alert e.V. am Netzwerk-Treffen „Common Remembrance, Future Relations“ teil, um über Erinnerungskultur und neue Wege des Gedenkens zu diskutieren. Das Forum wurde von der Young Initiative on Foreign Affairs and International Relations e.V. (IFAIR) organisiert und in Zusammenarbeit mit der armenischen Jugendorganisation Armenia Progressive Youth (APY) in Yerevan, Armenien durchgeführt. Insgesamt trafen sich 19 NGOs aus Armenien, Deutschland, Frankreich, Israel und der Türkei.

Das Treffen in Yerevan diente als Auftaktveranstaltung der Impact Group „Common Remembrance, Future Relations“. Ihr Ziel ist es, den interkulturellen Dialog und die Kooperation zwischen den Teilnehmerländern zu fördern. Die Gruppe möchte die Erinnerungskultur der einzelnen Länder erkunden und geteilte sowie teilende Narrative sichtbar machen.

Um diese Ziele zu erreichen, wurden in Armenien zunächst die wichtigsten Konzepte der Erinnerungsarbeit zur theoretischen Grundlage erarbeitet. Durch Impulse von Experten aus der Region kamen außerdem intensive Diskussionen über kollektive Erinnerung, Geschichte und Erinnerungskultur der Teilnehmerländer zustande. Abgerundet wurde das Forum durch den Besuch historischer Stätten in und um Yerevan, wie zum Beispiel des Genozid Museums und Denkmalkomplex Tsitsernakaberd, der an den Völkermord an den Armeniern 1915 erinnert.

Im Fokus des Treffens in Armenien standen jedoch die Vorstellung und der Austausch innerhalb der angereisten NGOs. Als einzige Organisation vor Ort, die sich nicht nur mit Erinnerungskultur beschäftigt, sondern ihre Arbeit auch explizit in der Prävention künftiger Massenverbrechen sieht, konnte sich Genocide Alert e.V. dabei gut positionieren. In dem israelischen Museum Beit Terezin wurde eine mögliche Partnerorganisation für zukünftige Projekte gefunden. Gemeinsam tauscht man sich derzeit aus, wie die Erinnerungen der letzten Holocaust Überlebenden für junge Menschen aufbereitet und vermittelt werden können.

Die Projektentwicklung wird in Phase 2 der Impact Group intensiviert. Im Juli folgt daher ein Besuch Genocide Alerts in Israel, um die Arbeitsweise von Beit Terezin kennenzulernen und in die Projektplanung einzusteigen. Das Abschlusstreffen der Impact Group findet schließlich im September 2017 in Berlin statt. Neben der Vorstellung der Kooperationen wird es einen besonderen Schwerpunkt auf Herausforderungen der NGO-Arbeit im Bereich der Erinnerungspolitik geben.

Bilder: Joana Westphal / IFAIR.eu

Weitere Infos zur Impact Group und IFAIR unter: http://ifair.eu/de/impact-groups/common-remembrance-future-relations/ .


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